Chronik der Straßennamen

 

Im mittleren von drei Tälern

Berkenbrück
 

Noch vor sechs Jahren wohnten fast alle Berkenbrücker in der Dorfstraße, gegebenenfalls Am Herrenteich. Heute verfügt Berkenbrück über sechs Straßennamen.

Gebaut als Rundangerdorf, befindet sich die Berkenbrücker Dorfstraße sozusagen im Herzen des Dorfes. Ganz in der Nähe ist der Spielplatz. Die Namen Hennickendorfer Straße, Ruhlsdorfer Weg und Straße nach Luckenwalde sind ohne größere Schwierigkeiten als richtungsweisend einzuordnen.

Zu der Bezeichnung Am Berg sind jedoch einige Ausführungen möglich. Im Jahre 1923/1924 fand die urzeitliche Entstehung des Baruther Urstromtals im Heimatkalender Erwähnung.

Das Dorf liegt 44 Meter über dem Meeresspiegel. Berkenbrück befindet sich im mittleren der drei nach Westen führenden Teile des Baruther Urstromtals. Als die Eiszeit anbrach, schneite es in Skandinavien jahrelang. Der Schnee verhärtete sich zu Eis und schob sich als Gletscher in Richtung Süden. Europa muss zu damaliger Zeit dem heutigen Grönland sehr ähnlich gewesen sein. Der entstandene Gletscher schmolz eines Tages und hinterließ drei Täler. Das erste Tal befindet zwischen Luckenwalde und Woltersdorf und erstreckt sich über Berkenbrück. Das zweite Tal befindet sich zwischen Märtensmühle und Stangenhagen. Von Löwendorf bis Stangenhagen erstreckt sich das dritte Tal. In der Zauchwitzer Gegend vermischen sich die drei zu einem großen, dem Baruther Haupttal. Zwischen den Tälern erheben sich kleine Berge und Hügel. In früheren Zeiten waren sie die Inseln, die aus der wasserreichen Gegend herausragten. So ist die höchste Erhebung der Berkenbrücker Höhen der 89 Meter hohe Spitze Berg. Es wird auch gesagt, dass die tief liegenden Wiesen rund um Berkenbrück früher einmal flache Seen waren.

Der Weg zu dem vor Berkenbrück gelegenen Torstich heißt Am Herrenteich. Diese Bezeichnung ist schon seit den 30er-Jahren geläufig. Damals gehörte das Land einem Herrn Kunert aus Luckenwalde.

Im Jahre 1295 wurde Berkenbrück erstmals schriftlich erwähnt. Bis zu diesem Jahr gehörte das Dorf zum Burgward Luckenwalde und wurde durch den Verkauf des Burgwardgebietes ein Zinnaisches Klosterdorf. So gehörte Berkenbrück von 1295 bis 1553 zu Kloster Zinna und von 1553 bis 1872 zum Amt Zinna.

Der Name Berkenbrück stammt von den Worten Berkenbrugke beziehungsweise Berkenbrugge ab, wobei „Berk“ das holländische Wort für Birke ist.