Chronik der Straßennamen

 

Ein Zinnaer Klosterdorf

Felgentreu 

In Felgentreu mit seinen neun Straßennamen blieben sechs erhalten und nur drei Wege erhielten eine neue Bezeichnung. So blieb der Birkenweg, der Gärtnerweg, Hinter dem Dorfe, Kemnitzer Straße, Waldweg und Zinnaer Straße.

Die Felgentreuer Dorfstraße, die Frankenförder Straße und die Kemnitzer Straße deuten auf ihr woher und wohin.

Doch die Zinnaer Straße erzählt aus der Geschichte des Dorfes. Ein fester Weg führte früher über den Schießplatz nach Forst Zinna. Nur in den ersten Jahren nach 1945 war dieser Weg offen. Heute darf den Weg niemand benutzen, denn das Naturschutzgebiet erstreckt sich bis ans Dorf heran. Den Name bekam der Weg, als vor 30 Jahren der erste Wohnblock dort errichtet wurde. Spricht man von Zinna, denkt man unwillkürlich auch an das Zinnaer Kloster. Auch hier lassen sich Verbindungen knüpfen, denn seit 1285 war Felgentreu im Besitz des Kloster Zinnas. Es war in einer Zeit der kulturellen und wirtschaftlichen Blüte, denn Jahrhunderte lang herrschte Frieden. Mit Beginn des 15. Jahrhunderts kamen die berüchtigten Raubritter Dietrich und Johann von Quitzow, Kaspar Hans von Putlitz und Wichard von Rochow in die Gegend. Sie überfielen Kaufleute und Bürger. Die Quitzows fielen sogar in das Gebiet des Kloster Zinnas ein. Am Ostertage 1413 überfielen sie Hennickendorf und im Mai plünderten sie Felgentreu.

Felgentreu wurde insgesamt 262 Jahre von den Zinnaer Äbten beherrscht. Doch zu Beginn des 16. Jahrhunderts begann der Klosterbesitz zu verfallen. „Auch der Siegeszug der vom nahen Wittenberg ausgehenden Reformation trug viel dazu bei, dem Kloster seinen Einfluss in seinem Herrschaftsgebiet zu nehmen.“ 1547 kehrte der letzte Abt Valerianus dem Kloster den Rücken. Es erfolgte ein Wechsel der Besitztümer von geistlicher in weltliche Herrschaft. So steht es jedenfalls in der Chronik geschrieben.

Zum Sportplatz ist eine Bezeichnung aus jüngerer Zeit. Nach 1945 hieß der Weg Brennergasse, weil die Anwohner dort illegal Schnaps brannten. In den 50er-Jahren wurde die Brennergasse in Mühlenstraße umbenannt, denn die Mühle wurde wieder in Betrieb genommen. Heute ist die Mühle in privatem Besitz und es wird dort nicht mehr gemahlen. Weil also auch dieser Name keinen Bezug mehr bot,  wählte man den Namen Zum Sportplatz, denn dieser befindet sich am Ende der Straße.

Der Birkenweg und der Waldweg deuten, wie unschwer am Namen zu erkennen ist, auf das natürliche Umfeld hin. Mitte der 40er-Jahre standen im heutigen Birkenweg noch Bäume dieser Art. Heute sind nur noch am Ende der Straße vereinzelte Birken zu finden. In den 50er-Jahren wurden die ersten Häuser im Birkenweg gebaut und alle Anwohner waren sich einig, sie wollen diesen Namen behalten.

Bei der Namensvergabe Gärtnerweg dachte man an diejenigen die sich dort angesiedelt hatten, denn es waren vor allem Kleingärtner.  

Hinter dem Dorfe
baute zu Beginn der 70er- Jahre der erste Siedler sein Haus. Aber der Feldweg hatte noch keinen Namen. „Sag doch hinter dem Dorf“, hieß es dann und dabei blieb es, bis heute. Weitere neun „Häuslebauer“ haben sich mittlerweile für Hinter dem Dorf entschieden.