Chronik der Straßennamen

 

Militär sorgte für Telefonanschlüsse

Hennickendorf

Diesen Ortsteil prägte 40 Jahre lang die dort stationierte Nationale Volksarmee (NVA). Mitte der 60er- Jahre wurde auf dem Militärgelände ein großer Bunker gebaut. Zur Kaserne heißt die Straße, auf der man heute zum ehemaligen Militärgelände gelangt. Man erzählt sich, der Bunker sollte den zehn wichtigsten Generälen im Ernstfall Schutz bieten. Insgesamt sollen 300 Leute in dem unterirdischen Bau Platz finden. Zwei Etagen soll der Bunker haben. Die Wände bestehen aus 2,5 Meter Stahlbeton. In einem speziellen Bereich sollen 60 Leute 30 Tage lang ohne Luft überleben können. Man erzählt sich noch heute, dass der Bunker einer Atombombe, wie sie in Hiroshima fiel, stand halten würde. Während der DDR-Zeit hat es immer Gerüchte rund um den Bunker gegeben. Niemand soll jemals den ganzen Bunker gesehen haben.

Die Berufsoldaten, die in den Wohnblöcken im Eingangsbereich der Kaserne lebten, hatten natürlich Kontakt zu den Hennickendorfern. Einige Soldaten heirateten und blieben hier. Anfang der 80er-Jahre wurden diese Unterkünfte geschlossen. Vermutlich wollte man den Kontakt zu den Dorfbewohnern unterbinden. Die Armeeangehörigen wurden versetzt. Unter dem berüchtigten Bunker sollen sich die Brunnen für die  Wasserversorgungsanlage befinden. Auch die Telefonanlage befindet sich dort. Und so sei es in den 70er-Jahren in Hennickendorf kein Problem gewesen, einen Telefonanschluß zu bekommen.

Auf Grund der hohen Unterhaltskosten wurde der Bunker in den 90er-Jahren geflutet.

Am Mühlenberg ist ein neuer Straßenname. Dort soll um 1900 eine Mühle gestanden haben.

Auch Am Schwemmegraben bezeichnet erst seit ein paar Jahren einen Weg. Schwemmegraben kommt offenbar von Schwemmewiesen. Auf dem sumpfigen Land war das Gras nie von guter Qualität. So wurde irgendwann ein Graben zur Entwässerung gezogen – der Schwemmegraben.

Wegweisend sind die Straßennamen Berkenbrücker Straße, Luckenwalder Chaussee, Schönhagener Straße und die Stangenhagener Straße.

Die Hennickendorfer Hauptstraße ist die Ortsdurchfahrt.

Die Feldstraße wurde zum Feldweg und liegt, wie der Name schon sagt, am Feldrand. Auf dem Forstweg gelangt man zum Forsthaus Märtensmühle.

Der Gehegeweg erhielt seinen Namen offenbar nach der gleichlautenden Gemarkung Gehege.

Die Wiesenmoorstraße hieß einst nur Wiesenstraße. Doch da es in der Umgebung auch Moor gab, entschied man sich für diesen Namen. Noch heute gibt es dort einen Torfstich.

Der Weg Zur Brache wurde bei den Dorfbewohnern seit jeher so genannt. Denn es handelt sich um brachliegendes Land. Einst soll dort Kies abgebaut worden sein. In den 60er-Jahren befand sich dort ein Sportplatz.