| Chronik der Straßennamen |
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Durch
das Angerdorf zieht sich die, einst
wie heute, größte Straße des Ortes – die Alte
Hauptstraße. Alle wichtigen Einrichtungen des Dorfes waren früher an
dieser Hauptverkehrsader zu finden. Im Ortskern, wo auch die 1830
errichtete Kirche steht befand sich früher ein Schlauchturm der
Feuerwehr. Er soll genauso hoch gewesen sein, wie der Kirchturm. Doch der
Turm musste vor über 30 Jahren abgerissen werden. In der Nähe der Kirche
befand sich die alte Schule und die neue Schule. Und um ihr Feierabendbier
zu genießen, hatten die Jänickendorfer die Wahl zwischen zwei an der
Alten Hauptstraße liegenden Gaststätten
Die
Berliner, Luckenwalder und
Charlottenfelder Straße weisen auf die im Namen schon genannten Orte
hin. Auch der Straßenname Gottower
Weg weist die Richtung. Noch heute gelangt man auf dem außerorts
unbefestigten Weg nach Gottow. Die Schlenzer
Straße deutet ebenfalls die Richtung, aber nur
noch Luftlinie. Heute ist der Weg eine Sackgasse. Bevor der Schießplatz
zwischen Schlenzer und Jänickendorf angelegt wurde, konnte man auf diesem
Weg problemlos von Jänickendorf nach Schlenzer gelangen. Die
Wiesenstraße führt, wie der
Name schon sagt, auf die Wiese. Ein
Waldstück wurde volksmündlich seit eh und je Eichelkamm
genannt. Der Weg führt zum Forsthaus Jänickendorf. Das Wort Eichel
deutet auf die Art der Bäume hin die den Weg säumen. Das Wort Kamm lässt
erahnen, dass es eine Erhöhung ist. Eigentlich eine relativ plausible
Erklärung, oder? Der
Feldrain war früher ein Weg,
der ans Feld grenzet. Bis in die 70er-Jahre wurde der Weg genutzt um zu
den Äckern zu gelangen. Heute grenzt der Feldrain an die „Flaeming-Skate“. Flughorst
ist eigentlich ein Flurname. Aber in Jänickendorf benannte man einen Weg
danach. Fährt man den „Plukersperch“, wie Flughorst im Volksmunde
ausgesprochen wurde, gelangt man zu den Gewerbeansiedlungen des Ortes. Der
Jägerweg führte einst zum
Landsitz des Komponisten und Orchesterleiters Bernhard
Etté. Sein Jagdhaus war zu DDR-Zeiten ein Kindergarten und wurde
dann abgerissen. Der Komponist des Liedes „Regentropfen, die leise an
mein Fenster klopfen“, war offenbar leidenschaftlicher Jäger. Wie noch
heute im Dorf erzählt wird, haben im Eingangsbereich des Hauses die
Jagdtrophäen gehangen. Auf dem Anwesen gab es damals sogar einen Pool.
Obwohl in heutigen Zeiten Informationen das Leben bestimmen, sind über
Bernhard Etté bis auf das Geburtsdatum keine Einzelheiten bekannt. Er
erblickte am 13. September 1898 in Kassel das Licht der Welt. In den
goldenen 20er-Jahren wurde er „König der Tanzmusik“ genannt. In
der Straße Zum Bahnhof
befindet sich üblicherweise auch der Bahnhof. So ist es natürlich auch
in Jänickendorf. Nur fahren seit acht Jahren keine Züge mehr durch den
Ort. Seit
dem 1. Februar 1896 hielt die Königlich Preußische Militäreisenbahn,
die die Strecke zwischen Jüterbog und Zossen befuhr, auch in Jänickendorf
an. Die Normalspurbahn sollte sich wirtschaftlich günstig auswirken und
das in Jüterbog stationierte Militär schneller transportieren. Von
der Mühlenstraße zu der Bezeichnung Zum
Holländer könnte man ohne weiteres als eine Namens-Spezialisierung
auffassen. Denn es handelte sich einst wirklich um eine Holländermühle.
Bereist im Jahr 1945 soll sie nicht mehr gemahlen haben. Brände hatten zu
diesem Zeitpunkt schon den hölzernen Aufbau zerstört. Während der
Herrschaft der Nationalsozialisten war in der Mühle eine
Jugendeinrichtung untergebracht. In den Kämpfen der letzten Kriegstage
des Zweiten Weltkrieges im April 1945, ging die Mühle in Flammen auf.
Nachfahren der letzten Müller-Familie sind noch heute im Dorf bekannt. |