Chronik der Straßennamen

 

In Nachbarschaft zum großen Militärflughafen

Scharfenbrück 

Die Hauptverkehrsader des kleinen, über 600 Jahre alten, Dorfes ist die Scharfenbrücker Straße. An ihr entlang schlängelt sich der kleine Ort.

Das Gebiet des ehemaligen Schlossen wird heute mit  Am Park bezeichnet.

Vermutlich gründeten Zisterzienser Mönche des Klosters Zinna den Ort mit der urkundlich ersten Erwähnung 1397. Sie legten einen Eisenhammer an. Als der zweite Hammer geschaffen wurde, wandelten die Mönche den älteren in eine Mahlmühle und eine Gutswirtschaft um. Auf dem Gutsgelände soll einmal eine Burg gestanden haben, die im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Danach wurde ein Jagdschloss, das spätere Gut erbaut.

1413 brannte Wichard von Rochow den klösterlichen Eisenhammer in Scharfenbrück nieder. Der 1746 in Trebbin geborenen Christian Gottfried Fähndrich war Amtsrat in Scharfenbrück und ließ sich auf dem Gut nieder. Nach ihm folgende Besitzer des Gutes waren von 1866 bis 1906 der Amtmann Schulze und Müller, von 1906 bis 1910 Baron von Prittwitz und Rittmeister. In den Jahren von 1910 bis 1919 lebten Karl Liebmann und von 1919 bis 1920 ein gewisser Nathusius auf dem Gut. Dann wurde Hans Windhoff Gutsherr in Scharfenbrück.

Er besaß in Berlin die Windhoffschen Motorenwerke. Vermutlich verstarb er noch vor 1945. Die Witwe zog nach Kriegsende in den Westen Deutschlands. In der Chronik des Ortes wird von einem Sohn berichtet. Das Schloss ist in den letzten Kriegstagen Zweiten Weltkrieges zerstört worden, nach 1945 wurde es endgültig abgerissen. Mit den Steinen wurde neue Bauernhöfe gebaut, denn die Not war in Scharfenbrück sehr groß. Viele Vertriebene aus den östlichen Gebieten hatten sich hier niedergelassen.

Die damaligen Schlossherren legten einst einen großen Park mit seltenen Gehölzen und Pflanzen an. Nach 1945 entwickelte sich der Park immer mehr zum zentralen Platz im Ort. Seit langer Zeit  finden alle Feierlichkeiten im Park statt.

Der Kummersdorfer Weg bezeichnet einen Weg, der früher wirklich einmal direkt bis nach Kummersdorf führte. Heute liegt das Flugplatzgelände dazwischen.  In wilhelminischen Zeiten und später während der Zeit des Nationalsozialismus befand sich dort der Artillerieschießplatz. Werner von Braun führte in der Heeresversuchsanstalt seine ersten Studien und Versuche durch, bevor er dann nach Peenemünde ging, um an der Vergeltungswaffe zu arbeiten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges  baute das sowjetische Militär das Gelände zum größten Militärflugplatz auf dem Gebiet der DDR aus. Seit dem Abzug der Sowjets ist der Flugplatz geschlossen. Das Gelände befindet sich im Besitz des Landes Brandenburg.

In der Nähe des Kummersdorfer Weges befindet sich das Forsthaus Rauhbusch. Rauhbusch ist eine Flurbezeichnung, nach der das dortige Forsthaus benannt wurde. Das Haus ist heute noch bewohnt.

Fährt man die Scharfenbrücker Straße Richtung Schöneweide entlang, trifft man in der Kurve nicht nur auf den Abzweig des Kummersdorfer Wegs, sondern auch auf die Straße An den Gärten. Nachdem die Straße in jüngerer Zeit erneuert wurde, trägt sie diesen Namen, der an eine alte Flurbezeichnung erinnern und diese erhalten soll. Denn die Flurbezeichnung dieses Gebietes lautete früher einmal „Hinter den Gärten“.