| Chronik der Straßennamen |
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Die
Hauptverkehrsader des kleinen, über 600 Jahre alten, Dorfes ist die Scharfenbrücker
Straße. An ihr entlang schlängelt sich der kleine Ort. Das
Gebiet des ehemaligen Schlossen wird heute mit
Am Park bezeichnet. 1413
brannte Wichard von Rochow den klösterlichen Eisenhammer in Scharfenbrück
nieder. Der 1746 in Trebbin geborenen Christian Gottfried Fähndrich war
Amtsrat in Scharfenbrück und ließ sich auf dem Gut nieder. Nach ihm
folgende Besitzer des Gutes waren von 1866 bis 1906 der Amtmann Schulze
und Müller, von 1906 bis 1910 Baron von Prittwitz und Rittmeister. In den
Jahren von 1910 bis 1919 lebten Karl Liebmann und von 1919 bis 1920 ein
gewisser Nathusius auf dem Gut. Dann wurde Hans Windhoff Gutsherr in
Scharfenbrück. Er
besaß in Berlin die Windhoffschen Motorenwerke. Vermutlich verstarb er
noch vor 1945. Die Witwe zog nach Kriegsende in den Westen Deutschlands.
In der Chronik des Ortes wird von einem Sohn berichtet. Das Schloss ist in
den letzten Kriegstagen Zweiten Weltkrieges zerstört worden, nach 1945
wurde es endgültig abgerissen. Mit den Steinen wurde neue Bauernhöfe
gebaut, denn die Not war in Scharfenbrück sehr groß. Viele Vertriebene
aus den östlichen Gebieten hatten sich hier niedergelassen. Die
damaligen Schlossherren legten einst einen großen Park mit seltenen Gehölzen
und Pflanzen an. Nach 1945 entwickelte sich der Park immer mehr zum
zentralen Platz im Ort. Seit langer Zeit
finden alle Feierlichkeiten im Park statt. Der
Kummersdorfer Weg bezeichnet
einen Weg, der früher wirklich einmal direkt bis nach Kummersdorf führte.
Heute liegt das Flugplatzgelände dazwischen.
In wilhelminischen Zeiten und später während der Zeit des
Nationalsozialismus befand sich dort der Artillerieschießplatz. Werner
von Braun führte in der Heeresversuchsanstalt seine ersten Studien und
Versuche durch, bevor er dann nach Peenemünde ging, um an der
Vergeltungswaffe zu arbeiten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges
baute das sowjetische Militär das Gelände zum größten Militärflugplatz
auf dem Gebiet der DDR aus. Seit dem Abzug der Sowjets ist der Flugplatz
geschlossen. Das Gelände befindet sich im Besitz des Landes Brandenburg. In
der Nähe des Kummersdorfer Weges befindet sich das Forsthaus
Rauhbusch. Rauhbusch ist eine Flurbezeichnung, nach der das dortige
Forsthaus benannt wurde. Das Haus ist heute noch bewohnt. Fährt
man die Scharfenbrücker Straße Richtung Schöneweide entlang, trifft man
in der Kurve nicht nur auf den Abzweig des Kummersdorfer Wegs, sondern
auch auf die Straße An den Gärten. Nachdem die Straße in jüngerer Zeit erneuert
wurde, trägt sie diesen Namen, der an eine alte Flurbezeichnung erinnern
und diese erhalten soll. Denn die Flurbezeichnung dieses Gebietes lautete
früher einmal „Hinter den Gärten“. |