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Leben und Wirken Oskar Barnacks




Barnack wurde am 01.11.1879 in Lynow geboren.  

Durch Übersiedlung nach Berlin/Lichterfelde besuchte er die dortige Schule und absolvierte auch seine Lehrzeit hier als Mechaniker in einer Werkstatt für astronomische Geräte. Das entsprach zwar nicht seinen Vorstellungen, da er gern Maler geworden wäre. Sein Vater verlangte aber, dass er einen vernünftigen Beruf erlernen sollte.

Die Gehilfejahre brachten ihn nach Sachsen, Wien und Tirol. Einige Jahre arbeitete er in Jena, um dann ab 02.01.1911 bei der Firma Ernst Leitz in Wetzlar als Mechanikermeister und Leiter der Versuchsabteilung zu beginnen.

Über die Entwicklung einer Kino-Aufnahmekamera kam er zur Kleinbildkamera, die ihn bis zu seinem Tode beschäftigte.

Da Barnack kränklich war, bedeutete die Fürsorge des damaligen Chefs in Wetzlar - Dr. h. c. Ernst Leitz - die entscheidende Voraussetzung für sein Wirken (so erhielt er z. B. ein kleines Haus in sonniger Lage und häufige Erholungsreisen!).

Kurz nach seiner 25-jährigen Zugehörigkeit zu den Leitz-Werken verschied Barnack am 16.01.1936 in Bad Nauheim an einer Lungenentzündung.

Barnack war ein Autodidakt, der eine große Neigung und Vorliebe für Außergewöhnliches und Neuartiges besaß; über viel Geschick und eine reiche Erfindungsgabe verfügte.

Er wart allem Schönen und Guten aufgeschlossen, liebte die Natur, die Musik, Schach und war nicht zuletzt ein begeisterter Fotograf. Zielstrebig, innovativ, immer nach neuen Lösungen suchend, von Althergebrachtem sich lösend, ging er stets seinem Wahlspruch nach: "Wie kann man es anders oder besser machen?"

Sein Hauptaugenmerk lenkte er auf die Entwicklung der Kleinbildkamera, getreu seiner Devise: "Kleines Negativ, großes Bild".

So wurde er zum Schöpfer der LEICA, einer Kamera, die zum Inbegriff für alle wurde, die sich mit Fotografie beschäftigen.

Die Idee kam ihm bei seinen Fotowanderungen durch den Thüringer Wald, wo ihm - er war sehr kränklich (Asthmatiker) - das Transportieren der schweren Geräte stets ein anstrengendes Unterfangen bedeutete!

Es dauerte fast 10 Jahre, bis ihm der Gedanke kam, zwei der kleinen Bilder einer Kinofilmkamera in einem handlichen Apparat zusammenzufassen: nämlich 24 mm x 36 mm!

Ohne von Theorien beeinflusst zu sein, hatte er gemerkt, dass nur große Bilder einen künstlerischen Eindruck beim Betrachter hinterlassen können.

Die LEICA-Kamera bedeutete eine Revolution in der Fotografie.

Die LEICA brachte:

  • die Kupplung zwischen Verschluss und Filmwechsel und zwischen eingebautem Entfernungsmesser und Objektiv,
  • ein starres Kameragehäuse, ohne das eine messgenaue Verwendung nicht möglich ist,
  • eine große Zahl von Zusatzgeräten,
  • eine Verbesserung des Negativfilms bezüglich Feinkörnigkeit bei gleichzeitiger hoher Empfindlichkeit,
  • neue Möglichkeiten für weitere technische Verbesserungen und wirkte somit bahnbrechend für die gesamte Fotografie!

So stand 1939 in einem Katalog der Firma LEITZ:

"Es ist kein photographischer Apparat in neuerer Zeit so umwälzend auf dem Gebiete der Photographie in die Erscheinung getreten und hat mit überlieferten Gewohnheiten so gebrochen wie die LEICA."

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letzte Änderung: 11.07.2005