
Naherholung in Gottow
Ein Badesee, das Hammerfließ, das einst die Wasserräder der Erzbrecher trieb, eine nahe gelegene Forellenzuchtanlage im Unterhammer und reicher Waldbestand bieten ideale Voraussetzungen für Erholung fernab vom Großstadttrubel.
Der Name Unterhammer weist, wie auch der Hammerberg und das Hammerfließ, auf die einst florierende Eisenwarenproduktion hin. Der Ortsname hat wendischen Ursprung. Zwischen 1160 und 1173 kam Gottow in den Besitz der Bischöfe von Brandenburg. 1473 war es eine Grenzfeste am Bischofsweg von Baruth nach Zossen.
Die Eisenhütte, die den Ort bekannt machte, legten Zinnaer Mönche 1421 an. 1506 darf der Hammermeister eine Mahlmühle mit einem Rad am Hammerfließ bauen. Im Jahre 1538, so heißt es, hat Hans Kohlhase den Hammer überfallen. 1547 wurde ein Grenzzaun, die Landwehr genannt, zwischen dem brandenburgischen Gebiet, zu dem der Hammer gehörte und dem Bereich des Erzstiftes Zinna gebaut. Ab 1648 bezeichnete das Hammerfließ die Ländergrenze. 1655 wird beurkundet, dass hier „vormals ein Hammer gewesen“ sei. 1753 wurde die Königlich Preußische Eisenhütte Gottow gegründet. Am 1. Mai 1754 wurde der Hochofen dann wieder angeblasen. Acht Familien lebten nun „auf dem Hammer“. Nachdem österreichische Truppen bereits 1757 den Hammer zerstörten, wurde 1760 der zweite neue Hammer erbaut. 1764 folgte der Zainhammer, der Nägel herstellte.
1818 wird der sogenannte Oberhammer in einen Kupferhammer umgewandelt und 1832 kam das Eisenwerk in Privatbesitz. Für 1858 wird noch der Betrieb eines wassergetriebenen Neusilberwalzwerkes bezeugt.
Das Dorf wurde durch den Sozialutopisten Frölich bekannt, der unter Förderung des Gutsherrn als Schulmeister in der Volksbildung erfolgreich war.
In Gottow befindet sich die größte Kriegsgräberstätte in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal. 569 Gefallene fanden hier ihre letzte Ruhe.
In den Sommermonaten tummeln sich viele Erholungssuchende am idyllisch gelegenen Badesee, an dem sich auch ein Waldlehrpfad befindet. Die Flaeming-Skate führt direkt am See vorbei.